Lebensqualität trotz physischer Distanz

Ältere Menschen sind öfter alleine, als sie es sich wünschen. Die Gefahr von Einsamkeit steigt und damit auch das Risiko, psychisch zu erkranken. Eine besondere Herausforderung für Seniorinnen und Senioren ist zurzeit der Umgang mit dem Coronavirus.

Ziehen sich ältere Menschen zum eigenen Schutz zunehmend ins Private zurück, stellen sich schnell Fragen wie: Wie pflege ich weiterhin meine sozialen Kontakte und stelle meine Versorgung sicher? Wie kann ich meinen Alltag gestalten, wenn ich meine Zeit hauptsächlich zu Hause verbringe? Auf dieser Seite finden Sie Tipps zum Umgang mit der aktuellen Situation. 

Empfehlungen zum eigenen Schutz

Das Coronvirus ist ein grosses Risiko für Seniorinnen und Senioren. Als Risikogruppe ist es besonders wichtig, sich vor einer Ansteckung zu schützen und die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zur sozialen Distanzierung ernst zu nehmen:  

  • Bleiben Sie wenn immer möglich zu Hause. Verlassen Sie das Haus nur noch für dringend nötige Besorgungen oder Arztbesuche.
  • Menschenmengen sind zu meiden.
  • Im öffentlichen Raum ist ein Abstand von zwei Metern zu wahren.
  • Soziale Kontakte sollen auf telefonischem oder digitalem Weg gepflegt werden.
  • Öffentliche Verkehrsmittel vermeiden. Gibt es Alternativen wie z.B. den Fahrdienst der Stiftung Mobilita?

Wie kann ich mich vor Einsamkeit schützen und meine sozialen Kontakte pflegen?

  • Kennen Sie das Prinzip der Telefonkette? Mit einer Telefonkette schaffen Sie soziale Kontakte. Die Telefonkette kann das soziale Leben aufrechterhalten und hilft, Einsamkeit zu vermeiden. Damit ermöglichen Sie auch Gleichgesinnten, sich auszutauschen.
  • Suchen Sie telefonischen Kontakt mit Ihrer Familie, im weiteren Verwandtenkreis oder zu Ihren Bekannten. Kennen Sie schon die Möglichkeiten, auf Ihrem Smartphone über das App WhatsApp Videoanrufe zu tätigen? Damit hören Sie nicht nur die Stimme von Ihrem Gegenüber, sondern schauen Ihrem Gesprächspartner direkt in die Augen. Das schafft noch mehr Nähe.
  • Enkelschule: «Ufzgi» machen mit den Grosseltern – trotz Corona.
  • Keine Eintönigkeit: Die Initiative Gemeinsam statt einsam sorgt für Abwechslung im isolierten Alltag. Lassen Sie sich von Flurina Kunfermann und ihrem Netzwerk mit kreativer Post, Briefen in allen drei Kantonssprachen oder einem Telefonat überraschen!
  • Tauschen Sie sich auf Plattformen oder in Foren über Themen aus, die Sie interessieren und beschäftigen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Unsere Zeitschrift «Zeitlupe» bietet während der Corona-​Krise Nicht-​Abonnenten freien Zugang zu ihrem digitalen Treffpunkt.

Wie halte ich meine Versorgung und Verpflegung aufrecht?

Mahlzeitendienste

  • Die Restaurants haben geschlossen, einige von ihnen bieten aber Lieferservices und Mahlzeitendienste an. 
  • Probieren Sie den telefonisch kontaktierbaren Mahlzeitendienst CasaGusto von Pro Senectute aus, er liefert per Post feine Menus in die ganze Schweiz. 

Hofläden

  • Kennen Sie schon die Hofläden in Ihrer Umgebung? Sie sind weniger frequentiert und bieten mittlerweile ein umfangreiches Sortiment. Einige von ihnen bieten derzeit auch Heimlieferdienste (z.B. Plantahof, Plankis) an.

Lieferdienste und Nachbarschaftshilfe

  • Online-​Lieferdienste wie LeShop.ch und coop@home liefern Güter des täglichen Bedarfs. Die Bestellung wird direkt an Ihre Haustüre geliefert. Bitte beachten Sie, dass aufgrund der aktuellen Lage mit längeren Lieferzeiten zu rechnen ist.
  • Familien-​ und Nachbarschaftshilfe: Vielleicht können Sie Ihre Familie, Verwandten oder Nachbarn darum bitten, Einkäufe für Sie zu erledigen? Auch auf Facebook-​Gruppen wie «gern gscheh» bieten Freiwillige ihre Unterstützung an, um z.B. Nachbarschaftshilfe zu leisten. Wichtig: Es sollten auch in diesem Fall die Verhaltens-​ und Hygienemassnahmen auf beiden Seiten eingehalten werden.
  • Die Solidarität in Graubünden ist sehr gross. In vielen Orten sind Vereine aktiv oder es haben sich Netzwerke gebildet, die um die Versorgung von Personen aus den Risikogruppen besorgt sind. Ihre regionale Pro-​Senectute-Beratungsstelle vermittelt Ihnen die entsprechenden Kontakte. 
  • Die Stadt Chur bietet in Kooperation mit dem Verein ChurPlus einen Lieferdienst an. Bestellungen können von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter der Nummer 081 254 50 54 aufgegeben werden.
  • Über den Einkaufsservice «Amigos» können Sie online Produkte der Migros einkaufen und bezahlen, der Einkauf wird Ihnen anschliessend von Freiwilligen vor die Türe geliefert. «Amigos» ist eine gemeinsame Initiative von Migros und Pro Senectute.
  • Die App «Five up» hilft, Freiwillige und Personen, die Unterstützung suchen, einfach zusammenzubringen. Neu können auch Personen ohne Smartphone vom Dienst profitieren: «Five up» stellt in Zusammenarbeit mit jungen Freiwilligen vom Schweizerischen Roten Kreuz täglich von 9 bis 17 Uhr ein Helpcenter unter der Nummer 058 400 41 41 zur Verfügung.
  • GRhome hat das Tool GRhelp entwickelt, um all die tollen Initiativen im Kanton zu bündeln.

Wie erledige ich Zahlungen oder komme zu Bargeld?

  • Bargeldversand durch Banken: Verschiedene Finanzinstitute bieten unterdessen einen Bargeldlieferservice für ihre Kundinnen und Kunden an.
  • Post: Mit den Onlinediensten der Post kann auf einen Gang zur Post verzichtet werden.
  • E-Banking: Wenn Sie über Internetzugang verfügen, können Sie Ihre Zahlungen auch online erledigen. Kontaktieren Sie dazu Ihre Bank, sie bereitet Ihren digitalen Zugang vor und unterstützt Sie beim Einrichten. 
  • Bargeldlos bezahlen: Mit TWINT kann übers Smartphone oder Tablet auf einfache Weise Geld überwiesen oder empfangen werden. Dazu in der App gewünschten Betrag und Mobile-Nummer des Gegenübers eintippen und zwischen «Geld senden» und «Geld anfordern» wählen. Für die Installation benötigen Sie auf dem verwendeten Gerät Internetzugang und Ihre Bankkarte.

Wie kann ich meinen Alltag zu Hause abwechslungsreich gestalten?

  • Spannende Podcasts, eine grosse Auswahl an Hörbüchern, Ihre Lieblingsmusik, Filmklassiker und Serien finden Sie in Apps und auf Online-​Diensten wie SpotifyiTunes oder Netflix. Eine grosse Auswahl an Videos finden Sie auch auf YouTube. Bitte beachten Sie, dass einige Anbieter kostenpflichtig sind.
  • Lesestoff: Sie lesen viel und gerne? Über Online-​Shops von Buchhaus, Schuler, Buachlada Kunfermann, Buchzentrum oder Maggi oder  lassen sich Bücher an Ihre Heimadresse bestellen. Bitte beachten Sie allfällige Lieferverzögerungen.
  • Bücherverleih: Unsere Pro Senectute Bibliothek bietet auch weiterhin Fernverleih an. Und dank der Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein ChurPlus können sich Kundinnen und Kunden der Stadtbibliothek Chur die Medien nun auch nach Hause liefern lassen. Eine neue Hotline der Stadtbibliothek unter der Nummer 076 478 85 44 hilft bei Fragen.
  • Unsere Zeitschrift «Zeitlupe» fordert in verschiedenen Online-​Rätseln Ihre Hirnzellen heraus. Weitere Online-​Spiele finden Sie auch auf der Plattform 50plus. Wir wünschen viel Spass und Erfolg!
  • Basteln: Auf dem Migros Do It + Garden Blog finden Sie zahlreiche Bastelideen und können die Materialien gleich online bestellen. Bitte beachten Sie allfällige Lieferverzögerungen. 
  • Malen: Finden Sie es heraus, vielleicht steckt eine Künstlerin oder ein Künstler in Ihnen. Malen kann beruhigend wirken und fördert erst noch ihre feinmotorischen Fähigkeiten. Ob Staffelei oder Farben, ein grosses Angebot finden Sie auf Boesner
  • Kochen und Backen: Sind Sie noch fit genug, um selber zu kochen? Nutzen Sie die Gelegenheit, neue Rezepte auszuprobieren, zum Beispiel von Annemarie Wildeisen, Betty Bossi oder vom Chefkoch.  
  • Bessern Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse wieder auf: Online-​Dienste wie Duolingo oder Babbel unterstützen Sie dabei - je nach Angebot kostenlos oder kostenpflichtig. 

Kulturliebhaber sitzen auch in Corona-​Zeiten nicht auf dem Trockenen: 

In aussergewöhnlichen Zeiten ist es umso wichtiger, Körper und Geist im Einklang zu halten. Mit unseren Übungsprogrammen für zu Hause bleiben Sie fit im Alltag. 

Bewegungsprogramme im Fernsehen

Verschiedene Fernsehsender bieten vorläufig spezielle Fitnessprogramme für Seniorinnen und Senioren. Verpasste Sendungen können online nachgeschaut werden. Eine Auswahl:

  • «Fit mit Adriano», jeden Dienstag und Donnerstag um 9.05 Uhr auf SRF 2
  • «Bliib fit – mach mit!», jeden Montag, Mittwoch und Freitag um 10:00 Uhr auf TVO und um 17:30 Uhr auf TV Südostschweiz
  • «Aktiv zu Hause», Montag bis Freitag täglich um 10:00 Uhr auf Tele 1

Bewegungsprogramme im Internet

  • Unsere Fit/Gym-Leiterin Monika Rathgeb aus Chur hat für Sie 20-minütige Übungsvideos aufgenommen. Reinschauen und mitmachen!
  • Rheumafit bietet Übungsvideos bei Morbus Bechterew und anderen rheumatischen Krankheiten.

Bei allen Programmen ist wichtig: Machen Sie nur Übungen, bei denen Sie sich wohl und sicher fühlen!

Anlaufstellen

  • Auf «Dureschnufe», der Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus, finden Sie viele Tipps und Angebote, um die eigene psychische Gesundheit zu pflegen.
  • Die Stiftung Selbsthilfe Schweiz bietet virtuelle Selbsthilfegruppen zum Thema Einsamkeit und soziale Isolation, die moderiert werden und wöchentlich stattfinden. Das Angebot richtet sich sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.
  • Die Sozialarbeitenden von Pro Senectute Graubünden sind weiterhin zu den gewohnten Zeiten telefonisch für Sie da. Rufen Sie uns an.
  • Die «Helpline Graubünden» ist eine erste Anlaufstelle für Hilfe in Notsituationen. In einem unterstützenden Gespräch werden hilfesuchende Personen von Fachpersonen beraten, auf Angebote im Kanton Graubünden aufmerksam gemacht und bei Bedarf an entsprechende Stellen weitergeleitet. Täglich von 9 bis 17 Uhr, Telefon 081 254 16 36
  • Telefon 143: Das Sorgentelefon der Dargebotenen Hand ist anonym, kompetent und immer für Sie da.
  • In seinem Videoblog gibt Peter Peyer, Gesundheitsdirektor des Kantons Graubünden, wichtige Tipps zum Umgang mit der aktuellen Situation. Unterhaltsam und informativ - neue Beiträge gibt's immer freitags und montags.
  • Ein Blick hinter die Kulissen: Einblick in den Churer Corona-Krisenstab gewährt die Reportage «Hold the Line» mit, von und über Stadtpräsident Urs Marti.

Sagen Sie es weiter!

Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten, welche keinen Internetzugang haben, mit Informationen von dieser Seite oder aus dem Internet.

Vermissen Sie Informationen? Ihre regionale Pro Senectute-Beratungsstelle ist zu den gewohnten Zeiten telefonisch und elektronisch für Sie da.